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Neue Pfarrerin in Wallertheim

Margarete GeißlerOrdination von Pfarrerin Anke Feuerstake

Nassauerin tritt ihre erste Pfarrstelle in Rheinhessen an

Margarete GeißlerPropst Schütz ordiniert Pfrin Feuerstake

Einen guten Einstand hat die neue Pfarrerin von Wallertheim, Gau-Bickelheim und Gau- Weinheim, Anke Feuerstake, in Rheinhessen schon gehabt. Am Abend ihres ersten Arbeitstages hat sie nämlich kurzerhand die Wallertheimer Ortsbürgermeisterin Karla Martin auf die offizielle Eröffnung des Verbandsgemeindeweinfestes in Gau-Weinheim begleitet und die Menschen dort als herzlich und offen erlebt. Das habe sich so ergeben, erzählt die 31-jährige Theologin und fügt hinzu: „So bin ich an meinem ersten Abend direkt schon mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen.“
Mit viel Lust auf die Menschen in der Gemeinde und die Arbeit mit ihnen hat Anke Feuerstake am ersten Juni ihre erste eigene Pfarrstelle angetreten. Schließlich hat sie einmal das Theologiestudium aufgenommen, weil sie als Jugendliche von der Gemeindearbeit mit Kindern, Familien und Jugendlichen fasziniert war. „Eigentlich dachte ich früher, dass ich in die naturwissenschaftliche Richtung gehen würde“, erinnert sie sich. „Mit Kirche hatte ich vor dem Konfi-Unterricht nicht so viel zu tun.“ Im Gegenteil, viel ihrer Zeit hat sie als damals in physikalische Experimente investiert. Zweimal hat sie an dem großen Wettbewerb „Schüler experimentieren“ teilgenommen. Sie gewann und qualifizierte sich dadurch jeweils für den Landesentscheid und belegte dort mit ihren Untersuchungen und Konstruktionen zu den Eigenschaften von Plastikflaschen einmal sogar den zweiten Platz.
Doch für die Tochter zweier Ingenieure kam es dann doch anders. Ihre damalige Konfirmations-Pfarrerin bat sie um Mithilfe bei der Entwicklung eines neuen Gottesdienstangebots für Kinder und Familien im Anschluss an den traditionellen Sonntags-Gottesdienst. Die damals 16jährige sagte ja und aus dem ursprünglich für nur vier Termine entwickelten „Wege-Gottesdienst“ wurde in ihrer Heimatgemeinde in Nassau an der Lahn eine Institution. Jahrelang kamen zum monatlichen Familien-Gottesdienst viele Kinder mit ihren Eltern oder Paten. „Im Team zu arbeiten mit einer besonderen Verantwortung hat mir großen Spaß gemacht“, sagt die heutige Pfarrerin. „Plötzlich habe ich immer mehr in der Kirche gemacht. Und nach einem Berufspraktikum bei der Pfarrerin meiner Nachbargemeinde konnte ich mir wirklich vorstellen, selber Pfarrerin zu werden.“
Nach der Schule führte sie ihr Weg allerdings erst einmal nach Südafrika. In einem Sozialprojekt kümmerte sie sich um ehemalige Straßenkinder in den armen Vierteln von Kapstadt. „Diese Zeit mit zum Teil erschütternden Erfahrungen hat mir einen neuen Blick auf die Welt eröffnet.“, sagt sie. Dabei ist sie in ihrem Entschluss, Theologie zu studieren gestärkt worden.
„Vom Glauben habe ich mich immer getragen und behütet gefühlt“, erinnert sich die Theologin. Auch wenn sie durch persönliche Erfahrungen an die Grenzen des Glaubens geführt worden ist, hat sie ihre Entscheidung, Theologie zu studieren nie bereut. Sie möchte auch andere Menschen zum Glauben und „Sein in Bewegung“ ermutigen, denn „in der Gemeinde darf sich auch was bewegen und Neues entstehen.“ Ihr ist vor allem durch das Studium die Einsicht wichtig geworden, „dass man sich verändert und dass es auch gut ist, es aber auch nicht immer sein muss.“ Für die Pfarrerin ist die Quelle dieser Bewegung Gott, der seine Kraft an die Menschen verschenkt.
Viele Ideen hat Anke Feuerstake in den letzten Jahren auch unter anderem in ihrer Vikariatsgemeinde bei Gießen entwickelt und mitgebracht. So hat sie dort zum Beispiel Filmgottesdienste gemacht und an der großen Kinderbibelwoche mit 180 Kindern mitgearbeitet.
In Wallertheim, Gau-Bickelheim und Gau-Weinheim findet sie nun eine ganz andere Gemeindestruktur vor, als sie bisher kennengelernt hat, aber das findet sie reizvoll. Auf ihren eigenen Wunsch ist sie nach Rheinhessen gekommen, denn „ich wollte nochmal etwas anderes kennen lernen“, sagt die Pfarrerin. In den letzten Jahren sei sie viel auf Wanderschaft gewesen. Sie hat in Wuppertal, Leipzig und Marburg studiert. Während ihres Vikariats war sie dann bei Gießen und in Limburg und Weilburg. Die Weinregion Rheinhessen sei für sie zwar Neuland, wecke aber trotzdem heimatliche Gefühle. „Denn ich stamme aus der letzten Weinregion rund um die Lahn“, erzählt Anke Feuerstake. Die Menschen und die Weinberge hier vermittelten ihr gleich ein Gefühl des Willkommenseins.
In Bewegung kommen wird einiges durch „die Neue“ in Wallertheim. Noch wohnt sie mit ihrem Ehemann nicht im Pfarrhaus, das noch renoviert wird, aber bei den Menschen vor Ort ist sie bereits unterwegs.
Wenn sie selber eine Auszeit braucht, dann setzt sich Anke Feuerstake am liebsten auch in Bewegung. Sie kommt aus einer „Kanuten-Familie“, saß schon als Baby im Boot. Wenn die Zeit nicht für einen Ausflug an ein passendes Gewässer reicht, geht sie am liebsten klettern oder auch einfach nur spazieren. Auch da hat Rheinhessen für sie bestimmt einiges zu bieten.

Feierlich eingeführt und ordiniert wurde Pfarrerin Anke Feuerstake im Gottesdienst am Sonntag, den 10. Juni in der Evangelischen Kirche in Wallertheim.

Text und Bild: Margarete Geißler

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